Manchmal verliert selbst das lebendige Grün den Glauben an sich. Dann beginnt etwas zu glühen. Fast zärtlich. Eine dünne Ader aus Gold tastet sich durch die Dunkelheit, als hätte die Erde beschlossen, ihren Schmerz nicht länger unter Wurzeln zu vergraben. Jeder Zentimeter ein Gedanke, der zu lange geschwiegen hat. Jeder Funke ein Name, den niemand mehr ausspricht.
Feuer besitzt ein Gedächtnis. Es erinnert sich an alles, was wir vergessen wollten. An Sommer, die nach Harz rochen. An Bäume, die den Himmel jahrzehntelang getragen haben. An Vögel, deren Lieder längst zu einem Echo geworden sind.
Asche enthält die Seelen die unter ihr vergraben wurden. Vielleicht verbrennt Holz niemals zuerst. Vielleicht verbrennen Hoffnungen. Vielleicht brennt die Zeit.
Ich kenne diese Farbe. Sie leuchtet genau zwischen Sehnsucht und Verlust. Dort, wo das Herz aufhört, Antworten zu verlangen. Dort, wo Stille plötzlich Gewicht bekommt.
Dieses Gold trägt keine Krone.
Es trägt Wunden.
Es schimmert mit einer Schönheit, die fast unverschämt wirkt. Als hätte das Leid beschlossen, sich für einen einzigen Augenblick festlich zu kleiden. Und irgendwo, tief unter diesem Dunkel, schlägt das Grün noch immer seinen langsamen Puls.
Man kann ihn hören. In allem was noch auf dieser Erde verblieben ist. Und da ist es doch. Doch noch, dieses eine Gefühl. Man traut sich nicht, es zu fühlen und doch ist es das einzige, was einen manchmal im Leben hält. Und am Leben hält
Hoffnung.
Ein anderer Beitrag von mir zum Thema Feuer: Großbrand in Bakede

























0 Kommentare