Multitionen – Reisen durch meine Gefühlswelten
Tatsächlich lasse ich Emotionen gerne beim Malen raus. Das können gute und schlechte Emotionen sein, wie Liebe, Freude, Schmerz, Wut und Verzweiflung. Jedes Gefühl hat seine ganz eigene Energie und diese in Farben und Formen auszudrücken befreit das Gefühl in mir und lässt mich wieder durchatmen. Ich bin ein sehr emotionaler und empathischer Mensch und manchmal sprudeln die Emotionen über. Das müssen nicht unbedingt meine eigenen Emotionen sein. Ich brauche nur daneben stehen, und Situationen beobachten die mich berühren. Es muss noch nicht mal tatsächlich etwas passieren. Es reichen auch Erinnerungen und Erinnerungen von anderen Menschen, die in mir etwas auslösen. Wenn ich diese Gefühle in den Prozess mitnehme kann es auch passieren, dass ein Bild während der Entstehung fünf mal den Gesamteindruck verändert. Ich nenne diese Bilder Multitionen, sie wirken manchmal wirr und niemand kann etwas in ihnen erkennen. Doch für mich sind sie eine Reise durch meine Gefühlswelten und helfen mir, das erlebte zu verarbeiten.
Wie die Kunst mir in schwierigen Zeiten hilft
Ich habe mal ein sehr düsteres Bild gemalt: eine Frau, die sich verzweifelt die Hände an den Kopf hält, während sie mit schmerzverzerrten, verrenkten Gliedmaßen am Boden liegt. In jeden Pinselstrich legte ich meine ganze Verzweiflung und danach fühlte ich mich so viel besser. Ja, malen hilft mir in schwierigen Zeiten.
Wenn ich innerlich unruhig bin und nicht weiß wohin mit mir, male ich gerne Mandalas. Ich zeichne die filigranen Formen selbst, erstelle komplexe Gebilde und fülle sie anschließend mit Farbe aus. Manchmal mit sanften Farbverläufen, manchmal Themenbasiert. An diesen detaillierten Bildern arbeite ich hochkonzentriert und tauche dabei komplett in die Arbeit ein. Ich vergesse dabei Zeit und Raum und nachdem ich das Bild fertig gemalt habe, fühle ich mich als hätte ich stundenlang meditiert. Das ist Heilung und ich liebe es.
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